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Wie entstehen Waldbrände?

Durch den Klimawandel und zunehmend längere Trockenperioden steigt auch das Risiko für Waldbrände. Obwohl wir erst April haben, wird in einige Teilen Deutschlands schon die höchste Gefahrenstufe ausgerufen.

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht regelmäßig Karten zu dem Waldbrandgefahrenindex (WBI) auf seiner Website, die Auskunft über die aktuelle Gefahrensituation geben.

Ursachen für Waldbrände

Die einzige natürliche Waldbrandursache in Deutschland ist der Blitzschlag. Doch von Natur aus gäbe es in Mitteleuropa praktisch gar keine Waldbrände. Wie kann es also sein, dass alleine 2018 bei uns 1.708 Waldbrände gezählt wurden?
Durch den Menschen angepflanzte Kiefern- und Fichtenplantagen sind wie gefüllte Benzinfässer und sorgen erst dafür, dass Waldbrände bei uns überhaupt möglich sind. Denn ursprünglich war Deutschland zum größten Teil mit alten, kühlen Buchenwäldern bedeckt, die auch im Sommer viel Feuchtigkeit speichern- und praktisch nicht brennen können. Der Mensch hat somit überhaupt erst die Grundlage für Waldbrände in Deutschland geschaffen.

Doch auch Blitzschläge sind nur für einen kleinen Teil der Feuer verantwortlich – lediglich 5% der Waldbrände im Jahr 2018 wurden durch natürliche Ursachen ausgelöst. Auch hier hat der Mensch wieder seine Finger im Spiel. Die meisten Waldbrände entstehen nämlich durch Brandstiftung oder Fahrlässigkeit. Dass man bei Trockenheit keine Feuer im Wald machen soll ist bekannt, aber auch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen und Autos sind eine häufige Ursache. Gerade letztere werden als Gefahrenquelle häufig unterschätzt. Doch der Katalysator, der sich unter dem Auto befindet, erreicht ohne weiteres Temperaturen von weit über 500° Celsius, die ausreichen, um eine Wiese oder das Unterholz zu entzünden.

Mythos Glasscherbe

Der Mythos, dass Glasscherben Waldbrände verursachen können, hält sich hartnäckig. Doch ist da wirklich etwas dran?
Durch den sogennanten “Brennglaseffekt” wird das Sonnenlicht so stark gebündelt, dass im Brennpunkt hohe Temperaturen entstehen. Mit einer Lupe kann man bei Sonnenschein ohne weiteres ein Feuer entzünden, aber funktioniert das auch mit Glasscherben?

Genau diese Frage haben sich auch Wissenschaftler gestellt und den Mythos experimentell geprüft. Mit dem Resultat, dass lediglich der Flaschenboden als Brennglas geeignet ist und auch dieser bündelt selbst unter perfekten Bedingungen nicht genug Licht, um die notwendigen Temperaturen zu erzeugen. Dieser Mythos stimmt also nicht. Trotzdem sollte man seinen Müll natürlich nicht im Wald liegen lassen.

Der Mensch ist zwar der Verursacher der Waldbrände, aber wir können auch etwas ändern: Mehr naturnahe Laubwälder mit alten Bäumen und viel Totholz zulassen. Das Beste daran ist, dass wir hierfür nichts weiter machen müssen, als die Hände in den Hosentaschen zu lassen und zuzuschauen.

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